#1

Under The Black Sun 2013

in Berichte 19.07.2013 18:48
von T.B. • 193 Beiträge

UNDER THE BLACK SUN 2013
04.-6.07.2013


Vorbei sind die Zeiten, in denen sich Black Metal noch unschwer erkennbar als Black Metal auszeichnete. Zeiten, in denen man Black Metal Konzerte noch sofort an ihren klassischen Charakteristika erkannte: harte Musik, geile Weiber und jede Menge unterdrückter Homosexualität. Nein, heute muss man schon genauer hinschauen, wenn man ganz unschuldig die Beschreibung "Black Metal" liest und nicht das schwarzmetallische Pendant zu einem thailändischen Ladyboy mit ins Bett nehmen will. Aktuelles Beispiel: SUN WORSHIP. Die spielen bald (oder spielten schon?) hier oben und ernteten musikalisch für ihr Demo eine Menge Lob. Wenn man sich dann aber Livevideos anschaut, naja, seht selbst...



Willkommen zu Black Metal 2013. Die Pachfresse ist begeistert. Ich mein, ich finde "The Big Bang Theory" ja auch lustig und so, aber sowas unter der Etikette "Black Metal" auf der Bühne, muss das sein?

Wie schön, dass es da noch - Knüller Überleitung! - soetwas wie das Under The Black Sun gibt. Traditionsbewusst, puristisch, non-avantgarde, trendresistent, wölfisch, asentreu... Halt, streicht die letzten beiden! In gewisser Weise ist es eine Instanz und lockt gerade durch den unverbesserlichen Charme, es weder allen recht machen zu wollen noch das Fähnchen in den Wind zu halten. Insofern könnte man das Festival als Adode Acrobat Reader des Black Metal bezeichnen, mit dem Unterschied, dass sich beim UTBS zwar auch nichts grundlegend verändert, es dafür aber wenigstens auch nicht jeden Tag nach einem Update fragt.

Also, keine Frage, samt geschnorrtem Presseticket auf zum UTBS 2013! Beinahe hätte ich im Vorfeld wirklich nicht gewusst, womit ich diesen Bericht denn füllen sollte. Das LineUp des UTBS 2013 war ok, aber weder berauschend noch voll mit Belustigungspotenzial. Eine Menge Pulver war zudem schon im Deathkult Bericht verschossen, und das Barther (- über dem Wort bitte so Stinkelinien wie in Comics denken) ist noch einen Monat hin. Aber die deutsche Metalszene wäre nicht die deutsche Metalszene, wenn sie nicht zwischen Deathkult und UTBS gleich ZWEI grandiose Perlen der Fremdscham bereithielte. Hierzu später mehr... Denn im Mittelpunkt dieses Berichtes soll natürlich erstmal Deutschlands "Fels in der Brandung" in Sachen Black Metal Festival stehen, das Under The Black Sun, auch bekannt als das Festival Deutschlands mit den coolsten Top-Googlesuchanfragen...

.. Und als solches hat es einen ordentlichen Konzertbericht verdient, mit allem, was unsere Leser so interessiert. Also professionelle Livefotos, Setlists und Schilderungen wie toll die nassen Haare des Gitarristen im Scheinwerferlicht aussahen, und so. Nicht etwa olle Arschfotos oder respektlose Memes, die dann eh von solch unfassbar unlustigen Facebook-Seiten wie "Gefällt mir, weil es nicht im RockHard steht" oder "Varg ist ja sooo doof" geklaut werden, inklusive peinlicher Tippfehler wie "archiever" (), aber ohne anzugeben, woher das Bild denn ist, wie wir das doch sonst auch immer machen (*hust*)...





Aber nää, so macht das keinen Spaß, wenn nicht mal mehr Humorhoheitsansprüche mehr etwas gelten und hier schon die Gags geklaut werden, die ich mir selbst mühevoll zusammengestohlen habe. Schade eigentlich, denn insbesondere Weiberfotos hätten sich gelohnt, waren in diesem Jahr doch - trotz Abstinenz von Teenie-Magneten wie NARGAROTH - sogar offizielle ungarische Schönheitsköniginnen und Geschosse, die 'ne Woche vorher auf der Londoner Fashion Week - und zwar nicht als Tierschutz-Nacktflitzer - gelaufen sind, dabei. Kein Scherz. Ersteres hat eure CSI Anne Frank knallhart ermittelt, letzteres habe ich die Person selbst erzählen hören ... fünf Mal.

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#2

RE: Under The Black Sun 2013

in Berichte 19.07.2013 18:49
von T.B. • 193 Beiträge

Donnerstag, 4. Juli 2013

Erster Zwischenstopp: Züssow. Himmel, ich habe zu lang in der Zivilisation verbracht und mir beinahe erfolgreich einreden können, dass sowas wie Züssow eine Erfindung des Nachmittagsfernsehens ist. So wie "Anklam" zum Beispiel. Aber nein, es gibt tatsächlich Flecken in Deutschland, in denen Leute auch draußen Jogginghosen tragen, ohne zu joggen, in denen hochschwangere Weiber einen kleinen Bengel an der Hand halten während sie einen Kinderwagen schieben, und in denen es noch immer angesagt ist, sich coole Muster in die Haare zu rasieren. Wieso lungern an Bahnhöfen eigentlich IMMER so Teenagergruppen rum, die aus 1. so 'ner blondierten Schwuchtel mit Fußballfeld oder Tribal im Haar, 2. 'ne hässliche Alte, die größer ist als der Typ, und 3. ein weiteres Mädel, mutmaßlich die jüngere Schwester des ersten Mädels, bestehen. Und der Typ ist grundsätzlich mit der hässlicheren von beiden zusammen, und hat 'ne riesigengroße Klappe bis man vorbeiläuft und grimmig guckt.

Nachdem ich ausreichend darüber schmunzeln konnte, wie ein Papa verzweifelt versuchte, seinem Trisomie-21-"My favorite colour is ham"-Bengel grundlegende Motorik mit Hilfe eines Balls zu vermitteln, wurde ich fürstlich eingesackt. Zweiter Zwischenstopp: McDonald's Brücke-Linthe, einigen vielleicht bekannt als derjenige McDonald's, bei dem man vom Assipersonal am Drive-In in Warteposition 2 verwiesen wird und satte 20 Minuten auf sein Big Tasty Bacon Menü warten muss. Dann kommt eine junge Dame in XXXL Thor Steinar Jacke an, zwängt sich in physikalischer wie optischer Herausforderung durch den 50cm-Personaleingang, für den sie gleich drei Mal zu fett ist, und hält dir 'ne Tüte vor die Nase, nur um mit "Achne, war ja Menü" wieder (MIT der Tüte) zu verschwinden....
... Weitere 20 Minuten später kriegt man endlich sein Menü, statt Ketchup Mayo oder andersrum, und als Entschuldigung ein verdammtes Eis. Was soll das bitte? Das schmilzt doch beim Essen, und andersrum wird der Burger kalt. Außerdem, was Herzhaftes nach etwas Süßem, wer macht denn sowas?! Also, vielleicht kennt ihr ihn ja, diesen Laden...

Die Fahrt verlief ruhig, aber geht es euch eigentlich auch so, dass euer Autoradio-Shuffle einen eigenen Geschmack zu haben scheint? Nicht nur, dass er bei 50 Alben immer genau die Intros oder Intermezzi erwischt, um euch zu ärgern, sondern an diesem Tag schien er auch unter den vielen vielen Titeln eine Vorliebe für BEKHIRA und ARNAUT PAVLE zu entwickeln, deren Songs er einfach mal alle 10 Minuten abspielen wollte, alle am Stück!

Angekommen in Helenenenenenau die nächste unschöne Überraschung: INVOKER spielten bereits und klangen aus der Ferne gar nicht mal übel - später sollten noch Stimmen laut werden, dass dies die beste Band des Donnerstags gewesen sei - aber blöderweise waren Flaschen verboten. Gut, das war auch schon in den letzten Jahren so, aber man darf sich ja trotzdem drüber aufregen! Und das ändert ja auch nichts daran, dass dieser blöde Kasten leer gemacht werden musste, denn draußen Parken war auch verboten. Am Folgetag war es drinnen Parken, weil dort voll, am Sonnabend... keine Ahnung. Whatever, etwas chaotisch das Ganze.

Gott, hatten GRAIL einen beschissenen Sound. Also nicht nur "in Anbetracht der Umstände ging es nicht besser"-beschissen, sondern "da ist mächtig was schief gelaufen"-beschissen. Ich weiß nicht genau, was denn schiefgelaufen ist, werde aber das Gefühl nicht los, es KÖNNTE mit dem Soundmann zusammenhängen, bzw. mit dessen Ellenbogen, mit dessen gezieltem Ausrutscher er sämtliche Einstellungen durcheinanderwirbelte und den Rest des Gigs damit verbrachte, das wieder - buchstäblich - auszupegeln, Feedbacks, Gesangsaussetzer, Brei und alles inklusive. Stimmung war trotzdem gut, die Bühnenausstrahlung grimmig und schnörkellos, das Set aus 3 GRAIL-Songs, einem (dem besten) SHROUD OF SATAN-Titel und ARMAGEDDAs "World Full Of Lies" als Cover, das eh wieder niemand erkannt hat, ebenso, und Respekt, dass man die Sache relativ fehlerfrei über die Bühne brachte, auch wenn man sich gegenseitig vermutlich nicht gehört hat.

Ich habe keine Ahnung, wie man auf SEIDE gekommen ist, aber meine Herren, war das ein unterirdischer Obermüll. Und wie verdammt hässlich die waren! Naja, Franzacken halt. Wäre auch nicht so schlimm gewesen, aber selbst aus der Ferne hörten wir noch die 20. "Thank you so much!"-Durchsage des Frontjaulers, der sich optisch an das fette Stück Scheiße Niklas Quakfrosch orientiert, als dieser noch ein dünnes Stück Scheiße war. Seit wann gehört es eigentlich dazu, dass man sich als Black Metal Band ständig beim Publikum zu bedanken hat? Soll'n se mach'n, mich (und nicht nur mich) hat's so genervt, dass einem sogar die Lust verging, CDs von denen geschenkt zu bekommen, hehe.
Um es auf den Punkt zu bringen: SEIDE waren Mist, aber jetzt auch nicht sooo schlecht, dass ich sofort Lust bekomme, ein Shirt von denen vor der Bühne zu verbrennen... huch, und das bringt uns zu "Bin ich hier bei RTL II gelandet?" Teil 1:



Wow, ich weiß gar nicht, was an diesem Video peinlicher ist: Die Koksnase vom BM-Teenie-Traum ENDSTILLE, die angeblich von einem kleinen N-Wort seitens Äääshs auf butthurt macht und den Namen seiner Kaspertruppe in die Nacht brüllt, oder der begeisterte Dumpfdeppen-Zirkel, der ihn umgibt und dem Schauspiel mit geistreichen Kommentaren wie "yeeaah, Blegg Meddl", "wiiiiiee geeeeiill!" oder "YouTube!" (wow!) die nötige Klasse verleiht. Dabei tun sich mir zwei Fragen auf: Erstens, ist es eigentlich politisch korrekt, sich als Weißer von "Nigger" beleidigt zu fühlen? Und zweitens, sind da zwei Weiber hinter der Kamera oder haben die Dudes einfach nur eine unglaublich feminine Lache? Was ich mit Gewissheit sagen kann, ist, dass der beste Teil der Szene auf dem Video fehlt. Nämlich genau der Teil gleich im Anschluss, in dem ENDSTILLE bzw. ihr dümmlich lethargischer blonder Fanboy für die Nummer eine kassieren. Tja, sowas passiert, wenn man sich nicht - wie das gesittete Leute so machen - gepflegt WEDARD-mäßig im Internet bekriegt, sondern seine Skills offline testet. Warum gab's diese Behandlung eigentlich nicht für den "Spaller ist tot?"-Vogel? Wie dem auch sei. Ich muss zugeben, nach dem erfrischend selbstironischen Interview ist "ENDSTILLE verhauen" eine weitere Aktion, die mir NARGAROTH in jüngster Zeit grundsympathisch macht.
Edit: Ffffuu, wieso steht das Video mittlerweile auf privat??

Den seidigen Franzosen folgten noch INFINITY aus Holland, die stark waren, auch wenn mich Headsets bei trommelnden Sängern / singenden Drummern immer irgendwie an Callcenter erinnern. Macht nichts, guter Auftritt, von dem ich ca. die erste Hälfte sah, denn es war dank vielleicht 1 stündiger Verspätung schon zeitlich arg fortgeschritten ... was jetzt fadenscheinig klingt, da wir uns nachts noch einen obermiesen Film anschauten, hehe. Aber immerhin spielte Gina Carano () mit.

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#3

RE: Under The Black Sun 2013

in Berichte 19.07.2013 18:49
von T.B. • 193 Beiträge

Freitag, 5. Juli 2013

Nach dem netten WarmUp-Donnerstag konnte es nun richtig losgehen, und das heißt zunächst was? Genau, erstmal fette Pickelvisagen im "Fight Night Champion" Online-Modus vermöbeln, dann Filme mit sich anfurzenden Asiatinnen gucken (SIGH-Einstimmung), dann einkaufen! Im Kaiser's Berlin-Marzahn, wo ein Toastbrot nicht unter 1.59 EUR zu bekommen ist. Was zur...?! Wie kann sich so ein Laden eigentlich in einer Gegend halten, in der sonst "Das Jenke Experiment" mit dem Motto "Einmal erleben, arm zu sein" (hehe) stattfindet? Immerhin gab es da eine süße volltätowierte Aushilfe, die mit Sicherheit Sex von uns wollte. Mit Sicherheit.

Zu diesem Zeitpunkt kannten wir übrigens noch nicht den unglaublich übersichtlichen HorrorVacui-Plan mit Einkaufsmöglichkeiten, der im Bernauer Shopping-Paradies die Leute wahnsinnig zieldienlich orientieren soll:



Naja, ich beschwer mich gar nicht, immerhin war der Einkauf spendiert worden. Übrigens eines von vielen Dingen - Bier, 'ne Bratwurst, noch mehr Bier, Quarktasche, Stück Kuchen, Spritgeld Hinfahrt, Spritgeld Rückfahrt, das coole BLACK MAGICK XX Demo (Danke!), Schinkenbier -, die ich an diesem Wochenende geschnorrt bekam. Wirke ich irgendwie arm oder so??

Da ein längerer Disput entstand, welches gefüllte Gebäck denn den Gaumen verwöhnen dürfe, hatte sich die erste Band alsbald erledigt. Trotzdem sollen sie Erwähnung finden: AIGILAS, AIGILAS, AIGILAS,... Puuuh, da mussten wir ganz schön im Gedächtnis kramen, aber HA!, CSI Anne Frank entgeht NICHTS! Ganz besonders nicht, wenn sich eine junge Band gleich mit dem ersten Demo im Christhunt so richtig schön zum Vollpfosten macht. Dass man solch oberpeinliche Werbung macht wie "Hey, schaut her, wir sind die einzige Band überhaupt, wo zwei Sänger zu gleichen Teilen singen! und dann auch noch ein Mann und eine muschi!!! geil, wa?? watch out, badasses over here, NARF!", kann ja mal passieren, aber HERRGOTTNOCHEINS - und dies dürfen sich jetzt alle neuen Bands merken, am besten an den Kühlschrank heften oder ins Hausaufgabenheft kleben - wenn man dann den verdienten Gegenwind erntet, macht man doch um Himmels Willen nicht den Fehler und verteidigt oder rechtfertigt sich auch noch?!?!?








Welcome to the internet! Davon abgesehen... keine Ahnung, wie die klingen. Die Demo-CD heißt "Todsünde" ("Peccatum Mortiferum", warum auch immer im Singular... Vielleicht, weil der Plural (peccata mortifera/mortalia) nicht bei Wikipedia steht.), alle Songtitel sind einfach nur die lateinischen Namen der Sieben Todsünden und selbst der Bandname ist ein Akronym aus diesen. Wow. Na ist ja auch ein cooler Film und so. Ich frage mich, worüber die danach so singen wollen?!
Ist mir aber eigentlich auch egal. Ich habe sie nie gehört und nicht gesehen und weiß nicht mal, wie die Alte, die da singt, zu bewerten ist, aber bei Bands, die sich gleich zu Beginn so dümmlich anstellen, stehe ich prinzipiell innerlich erstmal auf
.

STREAMS OF BLOOD ebenso verpasst, aber ARKONA hätte ich schon ganz gern gesehen. Hätte. Ebenso die erste Hälfte von FUNERAL WINDS, die nach allem, was ich neben dem Frustbier noch mitbekam, stark waren. Kann ja keiner ahnen, dass es 70 Minuten (!) dauert, um seinen Zimmerschlüssel zu bekommen. Leider waren der Organisation wohl ein paar helfende Hände abgesprungen oder unpässlich geworden, aber es ist dennoch suboptimal, gerade demjenigen alle Schlüssel zu geben, der von allen am meisten hin- und herspringt und beschäftigt ist. Und wäre ich allein betroffen, würde ich mir mein "Mimimi" klemmen, aber dem ist nicht so, am Vortag war es ähnlich. Im nächsten Jahr vielleicht alles im Bauwagen am Einlass hinterlegen und das hat sich in 5 Minuten erledigt.

Hier noch ein paar FUNERAL WINDS Live-Bilder:


Zurück im Zimmer traf mich der Schock. Die beiden Mitbewohner hatten sich nicht nur ins Kuschelnest eingeschlossen, sondern waren knallhart am Fernsehgucken! Auf einem Festival! Ohne Bier zu trinken. Was für Luschen. Und dann kommt man noch mit so billigen Ausreden wie irgendwelchen Abszessen an beiden Fersen, an denen die unverschämt teuren Nasa-Nanotech-Pflaster außen rum komplett mit rot-schwarzen Blutresten gefüllt waren und in der Mitte eine dicke Masse an teils regenerierter Haut gesammelt hatten, die aussah wie aus dem Chemielabor. Beim Abziehen und Zusammenklappen seien Berge an gelee-ähnlichem Brei rausgequillt, der eher rosa war und aussah wie ein Mix aus Sülze und Nachgeburt ... und stank wie altes Fleisch.... oder eher zwei Wochen alte Nekrose. Ich hätte es am liebsten gegessen. Achja, Guten Appetit, Leute!
Wirklich angucken? NSFW!
Ganz sicher?
Ich habe natürlich kein Bild davon, aber DU WIDERST MICH AN, dass du das sehen wolltest, pfuideiwel!

Nagut, als Versöhnungsangebot hier ein Kate Upton gif, das geht immer:




MORRIGAN sind so eine "Re-Union", bei der ich nicht weiß, ob ich sie für nötig halten soll. Das neue Album habe ich immernoch nicht gehört, Mist, und als ich zur zweiten Hälfte ihres Auftrittes kam, spielten sie schon nur noch MAYHEMIC TRUTH- und alte MORRIGAN-Stücke... was geil war. Fühlte sich an wie ein Gig, der genau so auch vor 10 Jahren hätte stattfinden können, und vom Erscheinungsbild her hat sich seit 2002 in der Bitterfelder Festung auch nichts geändert. Der Klargesang klang etwas schief und kraftlos, was vermutlich daran lag, dass das zweite Mikro nicht ging und er das Kreisch-Mikro benutzen musste.



Die nächsten 50 Minuten verbrachten wir damit, eine 115-Kilo-Glatze, die sich mit irgendeinem selbstgebrauten "Hollerbeeren"-Schnarrrps (von dem ich vom Riechen schon angetrunken war) abgeschossen hatte, aus dem gemütlichen Schlafplatz im Blumentopf (sic) ins Auto zu befördern ... was den Herrn nicht davon abhielt, am nächsten Tag sofort wieder lattenstramm zu sein und wildfremden Leuten vor die Brust zu treten, wenn diese die seltsamen Jeopardy-Fragen nicht beantworten konnten oder die Antworten nicht als Frage formulierten. hehe

Ab, SIGH gucken. Etwas widerwillig, denn diesen ABIGAIL / BARBATOS / SABBERT - Dreck finde ich zum Kotzen. Nun waren und sind SIGH natürlich anders, was jedoch nichts daran ändert, dass mir japanische Kultur und Europäer, die so tun als würden sie sie verstehen, seit der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr gehörig auf die Ketten gehen. Mein letzter Besuch war, keine Ahnung, 8 oder 9 Jahre her, und da hatte dieser Manga-Rotz irgendwo vielleicht unter den ganzen Comics eine Ecke. Jetzt gibt es eine ganze HALLE voll davon und überall, in der ganzen Stadt, diese Cosplay-Affen in ihren tuntigen oberhässlichen Kostümen. Was zur Hölle?! So wenig ich auch gegen Nutten-Outfits bei Teenagern habe, aber was bitte ist in der Erziehung von Jaqueline, Mandy und Lars falsch gelaufen, dass sie am helligten Tage in knallbunter Superheldenmontur samt Perücke und Netzstrümpfen durch die Stadt schaulaufen? Wenn es wenigstens coole Superhelden wären, wie He-Man, Flash, Megaman, Lobo oder Goebbels, aber nicht diese ganzen Schwuchtel-Versionen des eh schon schwuchteligen ZELDA-Vogels, dann ... naja, dann hätte das Ganze noch immer nichts mit SIGH zu tun. Aber SIGH waren super. Etwas bizarr. Jetzt nicht im Sinne von türkischen Filmen, die bekanntlich wirken als hätten die Macher ein Buch übers Filmemachen gelesen und dann komplett das Gegenteil gemacht ( (c) "Splatting Image"), sondern schon kompetent bizarr. Ich kann schon per se nichts Negatives schreiben, wenn eine (promovierte) japanische Tussie zunächst im Kimono, dann halbnackt über die Bühne wackelt, ausschweifend rumtänzelt, sich mit Blut und Kerzenwachs übergießt und obendrauf auch noch ihren Graf im feschen Sir-Outfit aus der WGT-Grabbelkiste an die Wand brüllt. Es ist dann doch ein Stück Land der aufgehenden Sonne - Charme, wenn auf der Bühne ständig irgendwas brennt und explodiert, unorthodoxe BM-Klänge mit schrillen Keys dazu krachen und man mit dem eigenen inneren "Wtf?!?" so beschäftigt ist, dass man nicht weggucken kann.

What SIGH was actually like































What I felt SIGH was like













What I told people SIGH was like


















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#4

RE: Under The Black Sun 2013

in Berichte 19.07.2013 18:50
von T.B. • 193 Beiträge

Sonnabend, 6. Juli 2013

Tag der positiven Überraschungen! Erstens, NORDLYS! Wusste gar nicht, dass es die wieder gibt?! Der Platz als Opener sowie die Publikumsmenge war in Anbetracht des Alters der Band und des Umstandes, dass später noch HORNA auf dem Plan standen, die NORDLYS bzw. DIE PEST coverten, etwas schade. Auch hier weiß ich nicht, ob sich das "Comeback" denn lohnte, da ich erst später erfuhr, dass es ein "Das Blut der Toten" Demo 2012 zu kaufen gab, das anscheinend so geheim ist, dass es nicht mal Metal Archives kennt. Der Auftritt war jedenfalls spitze und es war clever gelöst, von den drei besten Liedern der Band zwei zu Beginn und eines am Ende zu spielen. Die neuen Songs waren ok. Wie dem auch sei, sollten NORDLYS tatsächlich so unbekannt sein, wie ich fürchte, obwohl sie doch zum 1 x 1 des deutschen Black Metal gehören sollten, empfehle ich ausdrücklich die "'til Pest"-Compilation-CD. Stücke wie "Zeit es zu beenden" oder "Wikinger" sollte man schon ... naja, nicht mitsingen können, denn die Texte sind so arg beschissen, hehe ... aber doch wenigstens kennen.



Zweite Überraschung: NEBIROS! Erst auf der ausgehängten Running Order bekam ich davon mit. Sorry, nichts gegen CHAOS INVOCATION, aber dieser Last-Minute-Ersatz war mir deutlich lieber als C.I., die ich nun schon mehrmals gesehen habe. Von NEBIROS habe ich mir 2001 oder 2002 mal die "Jan Skalla"-DemoCD geholt und die war ziemlich gut, wenngleich ich nur noch dunkle Erinnerungen daran hatte. Ihr Auftritt war vermutlich der beste des Festivals bislang. Die langsameren Titel sind so la la, aber die kurzen, herrlich lumpigen 2-Riff-Krachfragmentcollagen - um mal nicht den Begriff "Song" dafür zu verwenden - fetzen ungemein. Den Unterhaltungswert der Berliner Polen ("Wenn ich das seh' ..."!), der schon musikalisch fast mehr Spaß machte als im IKEA die weißen, braunen und gelben Kinderpuppen nach Farben zu sortieren, steigerten solch schöne Ansagen wie "Der nächste Song ist von den letzten Alben" oder "Das nächste Stück heißt ... Przcschbrzkiy Czmrschznawie Tschplzionewya", hehe. Geile Band. Schade um die Soundherausforderungen, mal fiel das Schlagzeug ganz weg, dann wurde die Bassdrum mit zu viel Bassanteil wieder reingedreht, und und und...



Es schien also, ein guter Tag zu werden... Apropos Guter Tag: "Bin ich hier bei RTL II gelandet??" pt. II:



Das ist nicht wirklich passiert, oder? Das ist Fake von irgendeinem Scherzbold (Möbus?), der VARG eins auswischen will, oder? So tief können selbst die NS-Pagan Metaller von VARG, bekannt durch das SLEIPNIR-Cover "Guten Tag", nicht sinken. --- ein Moment des nachdenklichen Insichkehrens ----- Doch, sie können. Es ist meine Schuld. Ich habe bis zu diesem Video nicht realisiert, wie unfassbar beschissen diese Band geworden ist. Nicht, dass sie jemals gut gewesen wären, im Gegenteil, ihr musikalischer Wert tendierte schon immer gen Kaugummi unterm Schuh. Aber das da oben toppt sogar alles an Peinlichkeiten, die ich seitdem in Nachholarbeit hinsichtlich VARG und ihrer debilen Fans recherchiert habe:














"X-LARGE"




Man muss Friki, der Geflügelwurst, zugute halten, dass er sich das sicher auch ganz anders vorgestellt hat, als er die Horden seiner weiblichen Fans auf die Bühne zitiert hat. Gewünscht war ein Backblech voller heißer Schnitten, bekommen hat er das Sams mit Hängetitten:



Falls ihr nicht wisst, wer gemeint ist: Wir haben die Zuckermaus im geschmackvollen Ensemble aus blauem Top und dekorativ ornamentierter gelber Hose, die unter sich diesen riesigen Pissfleck hat, liebevoll "das Sams" getauft. Bei näherem Blick wird aber deutlich, dass wirkliche ALLE der ganzen heißen Groupie-Luder, die übrigens sofort nach Songende eisprunggeil auf Schwanzjagd gehen, ausnahmslos total kacke aussehen. Insofern kann man es Freki nicht verübeln, wenn er die Reihe kleiner Schwabbel abschreitet und gerade noch rechtzeitig vor dem shortsbekleideten Wasauchimmer kehrt macht. Priceless.

Um nun den Bogen zum Festival wieder zu kriegen, sei gesagt, dass VARG also ungefähr das Niveau von dem erreicht haben, wonach unser Duschwasser im Pensionszimmer aussah: Durchfall am Vormittag...



Irgendwann an diesem Nachmittag spielten auch noch BORGNE aus der Schweiz. Zwar habe ich sie verpasst, aber: Ein letztes Mal, verdammt, die Aussprache ist "Bornje", wie bei "Cognac", und NICHT "Bork-ne"!

Egal, schönes Wetter war's! Zeit für ein Eis. Mmhjammi. Ich möchte mich im Voraus von jedweder Anschuldigung freisprechen, dass es noch einen anderen Grund als das köstliche kühlende Milchspeiseeis gegeben hätte, der für häufige Besuche des Eisstandes veantwortlich gewesen sein könnte...

... achso, ja doch, die dicken Titten der Eisfrau natürlich, wie im Bild ersichtlich. Ansonsten gab es einen Bratwurst-Stand, der auch noch Pizza, Kuchen, Gulasch uvm. im Angebot hatte, einen überflüssigen Crêpes-Stand ("ich hätte gern ein Mal Brustkrepps mit Angelina Jolikör..."), Cuba- und Bier-Wagen natürlich, aber leider leider keinen Burger-Stand diesmal.

ESSENZ waren wieder erstklassig. Sie hockerten (PRO Duden-Eintrag, nebst "Mursibärtchen") mich nicht so sehr wie beim Deathkult, was aber an der eigenen Stimmung oder dem Überraschungseffekt liegen mag. Trotzdem ein Ohrenschmaus. Intensive Atmosphäre, großartig eingespielt, leidenschaftlich dargebracht.



HORNA zu sehen ist eigentlich nichts besonderes, aber immer gut. Zu meiner (positiven) Überraschung waren in der Setlist diesmal sogar ein paar ältere Stücke, die sie schon lang nicht live gespielt haben, wie "Juuret" oder "Black Metal Sodomy". Leider war dafür der Sound Grütze und arg zu laut, außerdem bin ich noch immer der Ansicht, dass der alte Sänger weniger Show machte und dafür mehr Wiedererkennungswert hatte als sg7 a.k.a. Spellgoth. Who cares. Trotzdem stark.



Die folgenden MELECHESH habe ich verpasst, aber filmreife Dialoge wie "Du kannst auch gern mit aufs Zimmer kommen, ohne Hintergedanken natürlich." - "Von mir aus auch MIT Hintergedanken..." genügen ja wohl als Entschuldigung, oder?!

Angeblich sollten als letzte Band dann © ® VON TM (all rights reserved) spielen, aber das muss ein Scherz gewesen sein, denn die gibt es seit '92 oder so ja schon nicht mehr. Stattdessen spielte eine VON-Coverband. Eine ziemlich authentische sogar, immerhin benutzen sie, glaube ich, sogar Signature © ® VON TM Guitars, meine Fresse. Aber eine Coverband als Headliner war schon etwas seltsam, zumal es nach VON GOAT und VISC bereits die dritte © ® VON TM Coverband ist, die ich gesehen habe... und VISC waren mit Abstand die beste.

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#5

RE: Under The Black Sun 2013

in Berichte 19.07.2013 18:50
von T.B. • 193 Beiträge

Sooo, Fazit... Das UTBS ist und bleibt wie es ist, und damit ein fester Termin im BM-Kalender. In diesem Jahr werden GRAIL, SIGH, NORDLYS, NEBIROS, ESSENZ und HORNA in besonders guter Erinnerung bleiben, in negativer ein paar organisatorische Schönheitsmängel, die leicht zu beseitigen sind.

Darüber hinaus hat das Festival auf mich immer einen gewissen Flair, eine Dignitas, die es nicht zu kaufen gibt. In Zeiten von Roadburn-tauglichem Black Metal ein Refugium mit recht wenig Spinnern (ein Barther Metal Open Air Shirt habe ich gesehen, aber das MUSS eine verlorene Wette gewesen sein!!), das sich seinen Charakter bitte erhalten soll. Denn hier in der Abgeschiedenheit des Bernauer Waldes hat Black Metal viel von dem Charakter, den wir - zumindest einige von "uns" - noch sehr schätzen: Eine Flucht aus der Realität, eine außerweltliche Magie, eine Gegenwelt zu Alltag und Gesellschaft. Und wenn ich hiermit auf meine Eingangsworte zurückkommen darf, sind es Bands wie SUN WORSHIP, in ihren hippen alltagstauglichen Studentenoutfits, die dabei stören, die nicht hineinpassen und nicht hineingelassen werden sollten. Diese Bands sind eine Form von Irritation, die mir nicht gefällt. Begreifen wir Black Metal als Kulturraum ist es also die gleiche Irritation, die ein Kopftuch auf einer Straße in Züssow hervorrufen dürfte. Keine Sorge, ich bin mir durchaus bewusst, dass Kulturen als binäre Oppositionen aufzufassen ein veraltetes Paradigma ist, hey, ich bin sogar ein großer Fan des Hellenismus. Aber im Falle von Black Metal stellen Offenheit und "Kulturtransfer" ein Zeichen von Verfall dar, und stehen auch im nächsten Jahr beim UTBS weiterhin hauptsächlich Bands in schwarzen Klamotten mit Corpsepaint auf der Bühne, statt Hornbrillen und Latzhosen, bin ich schon mehr als zufrieden.


Cordialiter,
euer Team A. Frank

zuletzt bearbeitet 22.07.2013 20:56 | nach oben springen


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