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Abhor - Ab Luna Lucenti, Ab Noctua Protecti (2011)

in Aktuelles 29.05.2012 22:13
von T.B. • 193 Beiträge

ABHOR - Ab Luna Lucenti, Ab Noctua Protecti



Land: Italien
Label: Moribund
Jahr: 2011
Klingt wie: O.E., A., D.B.


Ha, meine telepathischen Fähigkeiten verraten mir, dass zumindest ein paar Leser zunächst dachten, sie wären in der Rumpelkiste gelandet. Ja, selbst zu meiner Verblüffung reichen wohl ein finstres Bild und ein Griff in den DENIAL OF GOD-Farbtopf, um ein schaurig-schönes old school Cover herzuzaubern. Allzu fern liegt man damit jedenfalls nicht, immerhin sind ABHOR schon seit Mitte der 90er unterwegs, mir bislang aber nur namentlich begegnet, vermutlich in irgendwelchen Ramschlisten, weil ihre Alben auf (mehr oder minder) No-Name-Labels verschranzt wurden... Die Band zählt somit nicht zu den bekannteren italienischen Bands, wobei dem gewöhnlichen CHELM da neben verLORNen aber NEARliegenden Geheim-T.i.P.s (höhö) außer FORGOTTEN TOMB, ABORYM vielleicht, MORTUARY DRAPE oder BLASPHEMOPHAGHER wohl auch nicht viel einfällt. ALTAR OF PERVERSION natürlich noch. Nach dem neuesten Album könnte es aber dem Eindruck nach durchaus sein, dass ein Debüt von 2000 durchaus Rumpelkisten-Qualitäten haben KÖNNTE.

Konjunktiv wohlgemerkt, denn vom Hocker haut mich "Ab Luna..." auch nicht. Die Band bedient sich latinophiler Texte, was aber schonmal in merkwürdigen Titeln wie "Amphiteatrum Sapientiae Aeternae" (Barther Freilichtbühne der ewigen Weisheit?!?) mündet. Musikalisch geht es Richtung Norden. Die Riffs rauschen vor sich hin und klingen kalt und frostig, das Drumming ist trocken und unspektakulär, der Gesang schön garstig. Nun stelle man sich das alles vor, und ertränke es in einem Haufen Keyboard, angesiedelt zwischen Piano-Klimper-Modus und schrillem Gepfiepe. Die Songs wirken manchmal etwas merkwürdig, haben keine wirklichen Höhepunkte und teils arg abrupte Stimmungswechsel, gefallen aber insgesamt doch - besonders in der zweiten Hälfte - ganz gut durch eine okkulte Aura und angenehme Hörbarkeit. Allzu geklaut ist es nicht, jedoch auch nicht sonderlich einfallsreich, muss es aber auch nicht sein. Inspirationsquellen scheinen OB*AINED EN*LAVEMENT, AN*IENT und alte DI*MU zu sein, was natürlich indiskutable Referenzen sind, aber für latente nostalgische Begeisterung könnte ABHOR durchaus bei dem einen oder anderen sorgen. Vielleicht nehme ich mir die Zeit und höre es mir noch genauer an, der Ersteindruck ist jedenfalls nicht übel.

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