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Naevus - The Division of Labour (2012)

in Aktuelles 20.08.2012 12:03
von T.B. • 193 Beiträge

NAEVUS - The Division of Labour



Land: UK
Jahr: 2012
Label: HauRuck!


NAEVUS ist dem einen oder anderen hier sicher geläufig. Sei es wegen der doch bereits schon zahlreichen Veröffentlichungen, durch die ehemalige Beteiligung von John Murphy, wegen der unglaublich markanten Stimme von James Lloyd oder als Band, die SPIRITUAL FRONT auf der Split mal locker an die Wand spielte. Oder wegen des schwarzhumorigen Zynismus der Band, die sich auch nicht scheut, eine Toilettenschüssel im Wald als Plattencover zu verwenden ("Behaviour").

Wie dem auch sei. Das neue Album "Division of Labour" ist soeben erschienen und ist diesmal ein Solo-Ding von James Lloyd geworden - keine Ahnung, ob mit Joanne Owen Schluss ist. Ihr Akkordeon hat (zum Glück?) jedenfalls nicht den Weg auf die Platte gefunden. Dabei sind jedoch ein paar Gastmusiker.

"Man in a Ditch" ist der erste Song. Langsamer Fade-in, unverzerrte wie verzerrte Gitarre in schwelgender Kollaboration, trauriger Gesang. Ein sehr herber, niedergeschlagener Auftakt mit einem spitzenmäßigen Song. Rockiger sind da "Idiots (Let me in)" und "Bleat Beep" mit ihrem rotzigen Post-Punk. Besonders ersterer Song, der im Hintergrund "Idiots" verzerrt als Schleife laufen lässt, entpuppt sich mit schranzendem Riffing und Kopfnick-Beat als wahrer "Hit". "Bleat Beep" ist noch schrullig-chaotischer (- hat was von Theremin) und dieser "Refrain" ist auf sympathische Art nervig. hehe

Akustikgitarre, Trommeln, Gesang und schunklige Stimmung machen "Making Hay" aus. Auch "The Stomach", den Folgetitel, finde ich aber nicht allzu stark. Ein absoluter Höhepunkt (für mich) erst wieder: "Song of Suspension". Das 7minütige Ding beginnt mit warmem Bass, Sprechgesang und simpelstem programmierten Drum-Pattern, zur Hälfte kommt ein noisiger Klangteppich hinzu, marsch-artige Trommeln und zwei immer wieder monoton wiederholte Sätze mit hypnotischer Wirkung. Total geil. Klingt fast wie ein eigenes Retro-Stück, das ich so anno 2012 nicht erwartet hätte.

"Hobo Placing" darf als Experiment verbucht werden: Nur noisige Gitarre und Sprechstimme.
"Donkey's Trough" ist dann sehr ruhig, verflucht melancholisch um genau zu sein. Seltsame, dschungelartige Hintergrundgeräusche + Akustikgitarre, dazu ein wirklich großartiger, zurückhaltender Gesang.

"Chalk is valuable, keep it in your hand", der Rausschmeißer ... Haha, James muss sich ins Fäustchen gelacht haben als er das aufnahm. Zum Großteil sind das nur Akkorde auf der Akustikgitarre, die nach ständigen Pausen gleichzeitig mit einem Wort erklingen. Oder wie es woanders ausgedrückt wurde: "klingt wie die Fremdsprachenübung auf einer Lern-CD mit Gitarrenbegleitung".

Ein ziemlich verschrobenes Teil mit Glanzpunkten. Wer mit der Band nichts anfangen kann, wird dies auch hiermit nicht, zumal es nicht der Höhepunkt der Diskographie ist. Daran besteht leider trotz "Idiots", dem emotional heftigen "Man in a ditch" und vor allem "Song of Suspension" kein Zweifel.

Hörproben:







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